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Allgemeine Nachrichten Rund um unseren Verein
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Ein Tag im Leben eines Prüflings |
| Veröffentlicht von Administrator (admin) am 26.06.2010 |
07:00 Nach diversen Albträumen, was alles am heutigen Tag schiefgehen kann, erhebt man sich mit einer Mischung aus schleichendem Entsetzen und nervöser Vorfreude und holt sich erst mal einen Kaffee.
08:30 Irgendwie schmeckt das Frühstück heute nach nichts.
10:00 Bis jetzt hat man sich noch irgendwie ablenken können, doch jetzt setzt sich die Nervosität durch. Hmm, wie könnte man sich noch beschäftigen?
11:05 Noch knapp drei Stunden bis zur Minute X. Um sich sicher zu sein, dass man noch alles nötige beherrscht, übt man noch mal mit den Familienmitgliedern. Die scheinen recht sauer zu sein…vielleicht hätte man vorher fragen sollen.
12:00 Man packt den frisch gebügelten Aikido-Anzug, die Waffen und den Pass… Moment mal PASS? Wo ist das Ding denn jetzt schon wieder?
12:15 Endlich ist alles beisammen, Abfahrt zur Turnhalle in der Leer. (Hätte ich schon ein eigenes Fahrzeug, würde ich vermutlich das Kennzeichen abmontieren, da ich mit meinen nervösen Zuckungen auf dem Gaspedal mehr Verkehrsregeln an einem Tag überschreiten würde, als sonst im ganzen Jahr).
12:25 Die Turnhalle wird in ein Dojo verwandelt. Alle Prüflinge und sonstigen Lehrgangsteilnehmer bauen die Matten auf, ziehen sich um und montieren ein Porträt Morihei Ueshibas. Einige gehen noch ein letztes Mal mit ihren Uken die Techniken durch, dann ruft Jörg zur Fallschule auf. Der Lehrgang beginnt.
14:10 Die Trainingseinheit endet. Wir haben bekannte Techniken trainiert, aber auch solche, die vielen von uns noch nicht vertraut waren. Doch obwohl Jörg das Training äußerst interessant gestaltete, war man doch geistig hauptsächlich bei der eigentlichen Prüfung. Jetzt erst mal eine Viertelstunde Pause, viel Trinken, ein wenig Smalltalk betreiben.
14:25 Der eigene Name wird aufgerufen. Der Anzug saugt sich mit den letzten Schweißausbrüchen voll. Zusammen mit seiner Uke läuft man in Chikos vor die Prüfer, führt das Ritual des Angrüßens durch, und beginnt mit der Vorführung der Techniken.
14:27 Während der Prüfung ist das Nachdenken völlig auf die Wiedergabe des im Dojo Gelernten reduziert. Die Nervosität verschwindet fast zur Gänze. Auf diese Augenblicke hat man sich so lange vorbereitet. Man macht einfach.
14:31 Fertig. Man hat’s hinter sich. Von jetzt an liegt alles in den Händen des Prüfers, also Jörgs. In den Reihen der Hakamaträger werden fleißig Urkunden und Aikido-Pässe ausgefüllt. Ob der eigene wohl auch dabei ist?
14:49 Man wird zum zweiten Mal aufgerufen. Deadline. Entscheidungsmoment. „Aufgrund der gezeigten Leistungen wird … der … Kyu im Aikido zugesprochen.“ Die Vorbereitung war nicht umsonst. Mit einer Überdosis Dopamin im Blut kehrt man auf seinen Platz zurück und gratuliert den anderen. Niemand ist heute durchgefallen.
15:30 Im „Oscars“ lässt man den Prüfungstag jetzt noch gemütlich bei Pommes und Gyros ausklingen. Diese Sünde hat man sich schließlich auch redlich verdient, nachdem man bisher 95% des Tages vor Nervosität Blut und Wasser geschwitzt hat.
Yannic
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