Takemusu Aiki-Dojo Kohlscheid e.V.

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Lehrgang mit Ulf Evenas vom 3-4.9.2011

Veröffentlicht von Administrator (admin) am 07.09.2011
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Der Lehrgang begann für unsere Kohlscheider-Delegation, bestehend aus Dennis und meiner Wenigkeit damit, in aller Herrgottsfrühe aufzustehen und uns gegen 7.20 auf den Weg zum Dortmunder Dojo zu machen. Wir hatten eine ruhige Fahrt ohne Staus oder andere Zwischenfälle (trotzdem waren laut Dennis natürlich wieder massenhaft Fahrunfähige auf den Straßen). Unsere Sorge wir könnten wegen den Neonazi-Aufmärschen, die ausgerechnet an diesem Wochenende Dortmund in Atem hielten, erwiesen sich glücklicherweise als unbegründet.

Wir waren also etwas zu früh da, mussten jedoch nicht allzu lange auf Gesellschaft warten. Bald schon tummelten sich eine Menge trainierwilliger Aikidokas aus ganz Deutschland vor und im Dojo, darunter viele mittlerweile vertraute Gesichter. Auch Rudi traf bald mit den schwedischen Gästen ein. Ulf, Träger des 7. Dans im Aikikai hatte einige seiner Kollegen mitgebracht, unter anderem Leif, der auch schon mal ein Seminar in Dortmund gegeben hatte und den wir daher bereits kannten.

Die erste Trainingseinheit fand vor dem Dojo statt, bei strahlendem Sonnenschein wurde mit dem Bokken trainiert. Schon hier zeigte sich die besondere Art und Weise Ulfs, Techniken zu erklären. Egal ob es sich um vermeintlich simple Grundschule oder ausgefallenere Techniken handelt, Ulf nimmt sich stets die Zeit seine Schüler auf die „little Details“ hinzuweisen, die ihm zufolge die Grundlage des Aikido bilden, und die Techniken in das große Ganze des Aikidos einzufügen. Äußerst verschwitzt schlossen wir diese Trainingseinheit schließlich ab, hatten kurz die Gelegenheit zu verschnaufen, etwas zu trinken und begannen dann mit dem zweiten Training.

Es wurde eine bunte Mischung aus Grundlagentechniken wie Shomen Uchi Iriminage, mir bis dato unbekannten und ausgefeilteren Techniken sowie Kontertechniken trainiert (erwähnenswert finde ich hierbei vor allem die Möglichkeit, einen Shihonage des Gegners sofort mit einem eigenen Shihonage zu kontern).

Ziemlich kaputt hatten Dennis und ich anschließend von 12.30 bis 16 Uhr ausreichend Gelegenheit, die Sonne zu genießen und uns im Rewe um die Ecke mit Leckereien zu versorgen. In unseren immer noch nicht ganz getrockneten Anzügen standen wir anschließend für die zweite Trainingseinheit mit dem Jo bewaffnet erneut draußen. Die 31er Kata wurde sowohl in Einzel- als auch in Partnerübungen durchgenommen, auch hier bemühte sich Ulf erneut die enge Verknüpfung mit dem Schwert- und Körpertraining zu erläutern.

Weiter ging es mit einer Einheit Körpertraining, die die gleiche bereits oben genannte Mischung von Techniken enthielt. Schlussendlich völlig erledigt warfen wir uns dann um 17.30 wieder Alltagskleidung über, gingen uns noch ein Sixpack Wasser aus dem Rewe holen und setzten uns anschließend mit den anderen zum Essen hin. Es gab, wie zuvor schon einmal beim Dortmunder-Jubiläumslehrgang, chinesisches Buffet, das auch diesmal überzeugte und in meinem Fall auch wieder fast zum Ableben durch Platzen geführt hätte. Wir unterhielten uns noch bis 11 Uhr mit einigen anderen der Seminarteilnehmer (beziehungsweise Dennis unterhielt sich während ich einen aussichtslosen Kampf gegen den Sekundenschlaf führte) und fielen schließlich todmüde auf die brettharten Tatami-Matten, die übrigens brandneu sind und die alten Rollteppiche, die früher bei Lehrgängen in Dortmund zur Mattenvergrößerung eingesetzt wurden, ersetzt haben.

Der nächste Tag begann gegen 8.30 mit der Rücktransformation in einen Menschen durch duschen. Wir saßen noch kurz auf der Terrasse des Balou und quatschten mit den anderen (wer braucht schon Frühstück?), und begannen dann um 10 Uhr damit, die 31er Jo Kata in Partnerübung fortzuführen. Die folgende letzte Einheit befasste sich mit tanto dori. Ulf betonte einige Male das es sich bei diesem Training um „the aiki way“ und nicht um ein Training für den realen Ernstfall handelt, an der Effektivität der trainierten Techniken lässt sich dennoch nicht zweifeln.

Damit war das Seminar beendet, und Ulf bekam ein (besonders für Schweden) tolles Abschiedsgeschenk; eine Flasche ausgezeichneten Whiskey. Und so machten wir uns nach anderthalb Tagen Knochentraining endlich auf den Heimweg, der legte uns zwar mit immensem Platzregen, nicht blinkenden Schweizern etc einige Steine in den Weg, konnte uns aber trotzdem nicht aufhalten. Gegen 14.40 kamen wir hungrig und ziemlich geplättet, aber eben auch glücklich und um einige Erfahrungen reicher zu Hause an.

Yannic

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